Laufende Projekte

Schulprojekt "Ben mei Anna so hal liis"

Im Rahmen des Friesischunterrichts übersetzten im vergangenen Schulhalbjahr acht Oberstufenschüler des Inselgymnasiums Eilun Feer Skuul den bekannten Kinderroman „Ben liebt Anna“ des unlängst verstorbenen deutschen Autors Peter Härtling (1933-2017) ins Föhrer Friesisch.

Der Friesischunterricht in der gymnasialen Oberstufe der Eilun Feer Skuul ist zum Teil als Projektarbeit ausgelegt, in dem die Teilnehmer ein größeres Thema zusammen erarbeiten und schriftlich darstellen, mit dem Ziel, die Ergebnisse ihrer Arbeit als Taschenbuch herauszugeben. Das jüngste Buchprojekt befasst sich mit der Übersetzbarkeit von deutscher Literatur in die Regionalsprache Friesisch, die lediglich in Ansätzen über eine schrift- und literatursprachliche Tradition verfügt. Die Übersetzungen zeigen allerdings, dass es sehr wohl möglich ist, hochsprachliche Literatur auch in eine Kleinsprache ohne nennenswerte Schreib- und Literaturtraditionen zu übertragen, und das auf einem beachtlichen Niveau.

Das Manuskript mit der friesischen Roman-Übersetzung wird momentan durch die Ferring Stiftung in Alkersum gelayoutet und zum Druck vorbereitet. Das geplante Taschenbuch wird unter dem Titel „Ben mei Anna so hal liis“ aller Vorraussicht nach bereits im Mai 2018 im Verlag Husum Druck erscheinen. Die zahlreichen originellen Textillustrationen haben Föhrer Grundschüler in ihrem Kunstunterricht mit Buntstift gezeichnet. Beteiligt waren die Klassen 3 und 4 der Grundschule Föhr West, der Dänischen Schule Wyk und der Rüm-Hart-Schule in Wyk.

Es ist vorgesehen, den Text als Lektüre im Friesischunterricht auf Föhr und Amrum einzusetzen. Man findet wohl nicht viele Schulen in Deutschland, an denen sich die Schüler die Unterrichtslektüre selbst schreiben.

Alkersumer Dorfchronik

Das seit vielen Jahren von einem Autorenteam zusammengestellte Manuskript der Alkersumer Dorfchronik ist von den Mitarbeitern der Ferring Stiftung redaktionell überarbeitet, lektoriert und korrigiert worden. Die Chronik wird endlich im April 2018 erscheinenl

Als eine der letzten Gemeinden der Insel Föhr kann nun endlich auch Alkersum eine Dorfchronik vorlegen. Der Weg hierhier war lang und steinig und hat vielen Menschen Zeit und Geduld abverlangt.
Auch diese Chronik wird einen Beitrag dazu leisten, Vergangenes nicht zu vergessen und einige  Geschehnisse mit anderen Augen zu sehen.

Traditionelle Kinderreime des Föhring-Amringischen

Zusammen mit dem friesischen Arbeitskreis der Ferring Stiftung (16 Mitglieder) werden die aus zahlreichen unterschiedlichen schriftlichen wie mündlichen Quellen bekannten friesischen Kinderreime (etwa 70 Texte) zunächst gesammelt, beschrieben und übersetzt. Mit der Aufarbeitung des sehr vielschichtigen Materials kann damit eine Lücke in der Erfassung eines nicht ganz unwichtigen, aber leider oft übersehenen Teiles der anonymen föhring-amringischen Volksliteratur geschlossen werden.

Redaktion und Lektorat: Volkert F. Faltings und Reinhard Jannen, Textillustration: Margret Fischer, Wyk, Textlayout und Fertigstellung des Druckmanuskripts: Uta Marienfeld. Erscheinungsdatum: Frühjahr 2018. Das Buch erscheint in unserer Reihe Nordfriesische Textbibliothek, Bd. 5. Kosten: ca. 5.000 Euro. Zur Finanzierung des Projekts ist die Ferring Stiftung auf Spenden angewiesen.

Text- und Arbeitsbuch für den gymnasialen Friesischunterricht in der Oberstufe sowie für universitäre Lehrveranstaltungen in nordfriesischer Literatur

Im gymnasialen Oberstufenunterricht gilt es als selbstverständlicher Standard, dass ein abiturrelevantes Fach, zu dem am Gymnasium Eilun Feer Skuul in Wyk auf Föhr auch Friesisch zählt, im laufenden Unterricht ein Text- und Arbeitsbuch einsetzen kann, aus dem sowohl die angehenden Abiturienten als auch ihre Lehrer in einem kurzen Abriss an ausgewählten Textbeispielen mit der unterrichtsspezifischen Materie des jeweiligen Faches vertraut gemacht werden. Ähnliches gilt für die universitären Lehrveranstaltungen in nordfriesischer Literatur. Ein Text- und Arbeitsbuch für den friesischen Literaturunterricht der gymnasialen Oberstufe fehlt jedoch bislang.

Die Schaffung eines Text- und Arbeitsbuches für den friesischen Literaturunterricht in der gymnasialen Oberstufe ist daher zur Zeit das wohl vordringlichste Projekt nordfriesischer Sprach- und Schularbeit, das nicht nur gymnasialen Oberstufenschülern, sondern auch Studenten im Fach Frisistik einen umfassenden Einblick in die Entwicklung der nordfriesischen Literatur, ihrer textspezifischen Zuordnung zu den verschiedenen Literaturgattungen und zugleich ihrer kultur- und literaturhistorischen Einordnung in die einzelnen europäischen Literaturepochen vermittelt. Auch für den Fachlehrer und Dozenten stellt solch ein Text- und Arbeitsbuch eine erhebliche Arbeitserleichterung dar und bietet ihm darüber hinaus ein umfangreiches Reservoir an Primärtexten und sonstigen Arbeitsmaterialien, verbunden mit weiterführenden Literaturangaben bzw. literatur- und kulturgeschichtlichen Kommentaren.

Zum Inhalt:
- große Auswahl an repräsentativen Primärtexten mit zahlreichen Faksimiles
- Kurzbiographien zu den einzelnen Autoren mit – sofern vorhanden – einem Porträtfoto oder anderen Abbildungen
- literatur- und kulturhistorische Kommentare zu den einzelnen Texten
- didaktisch sinnvolle Aufgabenstellungen zu den einzelnen Texten
- ausführliche weiterführende Literaturhinweise
- ausführliches Sach-, Personen- und Wortregister

Die Durchführung des Projekts liegt in Händen der Ferring Stiftung in Alkersum auf Föhr und ihrer Mitarbeiter, da hier sowohl die Material- und Textgrundlage in der umfangreichen Stiftungsbibliothek bzw. dem Stiftungsarchiv als auch die unbedingt erforderliche wissenschaftliche Kompetenz unter den Mitarbeitern der Stiftung vorhanden ist und darüber hinaus die Stiftung über das notwendige verlegerische und buchgestalterische Knowhow verfügt, das umfangreiche Manuskript in Buchform zu gießen. Die Sichtung, Bearbeitung und Beschreibung des Textmaterials sowie seine Aufbereitung in ein Buchmanuskript dürfte in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren zu bewerkstelligen sein. Für das Projekt sind Kosten in Höhe von ca. 56.000 Euro zu veranschlagen, die zum überwiegenden Teil aus Drittmitteln bestritten werden müssen.